Hunde lernen auf dem Hundeplatz besser und schneller – doch wie kann das sein?!

 

 

Leidet dein Hund auch unter dem Sobald-Ich-Bei-Der-Hundeschule-Weg-Bin-Habe-Ich-Alles-Vergessen-Syndrom?

Klappt es auf dem Hundeplatz richtig gut mit der Erziehung, aber im echten Leben einfach nicht?

Verzweifelst du manchmal über der Frage, ob dein Hund einfach nur so tut, als wenn er minderbegabt ist, oder du hier diejenige bist, die anscheinend unfähig ist?

 

Keine Sorge – das ist völlig normal! Und jeder Hundebesitzer hatte diesen Punkt schon mindestens einmal in seinem Leben (ja, auch ich 😉 )

Es gibt drei einfache Dinge, die wichtig sind, wenn du das Verhalten deines Hundes verstehen und den Spieß umdrehen möchtest!

In diesem Artikel erkläre ich dir nicht nur, wie dein Hund tickt, sondern auch, was du tun kannst, um schnell auch Zuhause und im wahren Leben Ergebnisse zu erzielen.

 

1.) Der Ort

Hunde lernen ortsgebunden. Während sie lernen, merken sie sich nicht nur, was sie da gerade tun, sondern auch wo! Sie merken sich, wie es aussieht, wie der Untergrund sich anfühlt und wie es riecht.

Wenn du also mit deinem Hund in einem Wald etwas übst und es danach auf der Straße von ihm verlangst, dann ist es für ihn eine vollkommen neue Situation.

Und natürlich ist es im Bezug auf den Hundeplatz auch genau andersherum: Dein Hund lernt sehr schnell, den Hundeplatz mit einer bestimmten Stimmung zu verbinden. Je nachdem, was du jetzt mit deinem Hund in der Hundeschule machst, merkt er sich fröhliches Spielen, Tricks, Flitzen und Hüpfen oder Gehorsam.

Er hat quasi den ganzen Ort mit seiner Erfahrung aufgeladen, die er bisher dort gemacht hat und die sind auch jedes Mal direkt wieder da, wenn er dort aus dem Auto steigt.

Sei also nicht sauer, dass dein Hund dann Zuhause auf einmal nicht mehr weiter weiß. Habe Verständnis und hilf ihm! Wenn du ihm zum Beispiel „Sitz“ auf dem Hundeplatz beigebracht hast, dann hilf ihm an dem neuen Ort und gehe wieder ein paar Schritte zurück. Gib ihm nochmal ein Handzeichen oder andere Hilfestellungen.

Das Kommandos an mehr als nur einem Ort gelten, das können Hunde lernen!

Während du also mit deinem Hund „Sitz“ an verschiedenen Stellen übst, bringst du ihm nicht nur das Kommando „Sitz“ bei, sondern auch die Tatsache, dass Gelerntes auch an anderen Plätzen abgerufen werden kann.

Du machst ihn also Orts-Flexibel (Wow! Und damit habe ich gerade offiziell ein Wort erfunden 😀 ). Eigentlich passiert es automatisch, wenn unsere Hunde bei uns leben. Wir fordern schließlich „Sitz“ im Alltag an verschiedenen Straßenecken und Wiesen.

Wenn dein Hund damit jedoch Probleme hat und du den Prozess beschleunigen möchtest, dann empfehle ich dir folgende Übung:

Übe alles, was dein Hund auf dem Hundeplatz oder bei dir Zuhause im Wohnzimmer lernt, auch an anderen Orten. Starte da dann in derselben Reihenfolge mit dem Aufbau der Übung, wie du es zum Beispiel in der Hundeschule auch gemacht hast.

Suche für eine Übung, die dir wichtig ist, möglichst 3 – 5 Orte heraus, an denen du das gut üben kannst und dann geh los! Mache kleine Sequenzen und übe nur so lange, bis dein Hund das 3x gut gemacht hat.

Du wirst sehen: schon bald versteht dein Hund, dass Kommandos überall gelten 😉

 

 

2.) Die Ablenkung

Ein großen Vorteil, den der Hundeplatz hat ist ganz klar, dass man die Ablenkung gut kontrollieren und auf ein Minimum reduzieren kann.

Das „echte Leben“ ist dagegen einfach chaotisch und nur sehr schwer zu kalkulieren.

Allerdings dürfen Hunde lernen, Kommandos auch mit Ablenkung auszuführen. Brav an der Leine zu gehen, an einem Ort, an dem er das schon öfter getan hat, den er schon gut abgeschnüffelt hat und mit anderen Hunden und Menschen, die er schon sehr gut kennt, ist für keine große Herausforderung.

Wenn du es von deinem Hund auf einmal an einem ganz anderen Ort forderst, während sein Flitz-Kumpel dabei ist und das Laub so lustig unter den Pfoten raschelt, kann es eine richtige Schwierigkeit für deinen Hund darstellen!

Um mit Ablenkung gute Erfolge zu erzielen ist es wichtig, dass du folgende Punkte beachtest:

1. Bau die Übung genauso auf, wie auf dem Hundeplatz.

Und das wirklich von Anfang an! Positioniere dich richtig, nimm die Leine in die richtige Hand und lass dir Zeit.

Denkst du jetzt, dass du das normalerweise nicht machst? Nimmst du dir kaum Zeit, um eine Übung richtig vorzubereiten – auch nicht auf dem Hundeplatz? Dann sage ich dir jetzt: fang damit an! Dein Hund schenkt schon dem Anfang einer Übung sehr viel Beachtung – du solltest es also auch tun! Glaub mir: mit dem richtigen Anfang einer Übung hast du mindestens die halbe Miete.

2. Steigere die Ablenkung nur schrittweise!

Entscheide dich für eine Ablenkung pro Übungseinheit. Erhöhe den Schwierigkeitsgrad nur um eine Stufe. Also entweder ein neuer Ort oder eine längere Zeitspanne oder einen Ball – eins dieser Dinge! Nicht mehr!

Hunde lernen so, Schritt für Schritt mit Reizen umzugehen.

Wenn es sofort gut klappt und deinen Hund anscheinen unterschätzt hast, dann freu dich einfach, dass ihr beide das so gut gemacht habt und mache es nächstes Mal ein bisschen schwerer. Einfache Übungen mit schnellen Erfolgserlebnissen müssen auch mal sein! 😉

 

 

3.) Deine Hilflosigkeit

Ich weiß, es ist fies, aber Hunde wissen auch ganz genau, wann ein Trainer dabei ist – und wann eben nicht. Das macht das Hundetraining bei manchen Kandidaten sehr schwierig, aber nicht unmöglich.

Hunde lernen sehr schnell, Lücken auszunutzen. Und eine große Lücke ist ganz klar da, wenn sie merken, dass ihr Mensch hilflos ist und nicht genau weiß, was er jetzt machen soll.

Viel besser ist es, wenn du deinen Trainer gut beobachtest und dich schulen lässt, wie du jetzt am besten mit der Situation XY umgehst. Lass dich gut vorbereiten!

Während du nämlich in der Hundeschule bist und weißt, dass ein Trainer da ist, der zur Not helfen kann, strahlst du viel mehr Selbstbewusstsein aus, als wenn du Zuhause alleine übst. Das ist ganz natürlich.

Dein Hund kennt dich sehr sehr gut und kann dir deine Gemütslage von Weitem bereits ansehen. Er durchschaut dich um Handumdrehen und nutzt diese Schwäche dann gerne aus. Nicht, weil er böse ist, sondern nur, weil es für ihn anders einfacher ist. 😉 Auch Hunde sind Gewohnheitsstiere!

Kurz nicht aufgepasst? Einen Moment zu lange gezögert? Wie schade!

„Ich bin dann mal weg! Bis später!!“ 😉

So, nun ist dein Trainer ja oft nicht zur Hand, während du fleißig deine Übungen machst.

Was du aber tun kannst, um deine Hilflosigkeit zu überwinden ist ganz einfach:

Stell dir vor, dass dein Trainer neben dir steht und dich direkt coacht!

Was würde er dir in diesem Moment jetzt sagen?

Was meint er nochmal immer, was ist deine größte Schwäche?

Was macht dein Hund am liebsten, wenn du nicht aufpasst? Und welches Ohr zuckt nochmal, sobald dein Hund überlegt, fröhlich loszusprinten?

Sei nicht nur aufmerksam in deiner Übung, sondern beginne das Ganze auch von außen zu betrachten!

Ja, das klingt einfach und fühlt sich in Echt dann doch deutlich schwieriger an. Aber vertrau mir: das ist reine Übungssache und auch du wirst es bald richtig gut können!

 

Du siehst also: Es ist einfache Psychologie, die hier wirkt.

Dein Hund muss es nicht böse meinen, sondern es für ihn einfach das Logischste!

Hunde lernen erst im Laufe des Lebens, auch unter Ablenkung und an verschiedenen Orten zu gehorchen. Wenn du dann noch deine souveräne Ausstrahlung vom Hundeplatz behälst, hast du quasi gewonnen! 😉

 

Ich wünsche dir viel Erfolg und viel Spaß!

 

Alles Liebe für euch,

 

Julia

 

 

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die aus dir und deinem Hund ein perfektes Team machen, das jede Herausforderung meistert!

 

 

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